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Eigenmarken3 Min. Lesezeit

Eigenmarke oder Markenprodukt im Friseursalon: Was lohnt sich wirklich?

Eigenmarke oder Markenprodukt im Salon? Wir vergleichen Marge, Qualität, Kundenbindung und Wiederverkauf – mit klarer Empfehlung für Friseurbetriebe.

von Saykos
Eigenmarke oder Markenprodukt im Friseursalon: Was lohnt sich wirklich?

Die Frage Eigenmarke oder Markenprodukt stellt sich in fast jedem Friseursalon – am Bedienplatz wie im Verkaufsregal. Beide haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist nicht „entweder/oder", sondern die richtige Mischung für Ihren Betrieb. Dieser Beitrag vergleicht die Kriterien, die wirklich zählen, und endet mit einer klaren Empfehlung.

Worum geht es überhaupt?

Markenprodukte sind die bekannten Hersteller, die Kundinnen aus Werbung und Drogerie kennen. Eigenmarken werden von Großhändlern oder Salons selbst verantwortet – auf den professionellen Salonalltag ausgerichtet und ohne den Werbeaufschlag, den große Marken über den Preis weitergeben. Beide Sortimentsteile lösen unterschiedliche Aufgaben: Die Marke zieht über Bekanntheit, die Eigenmarke verdient über Marge und Bindung.

Vergleich nach den Kriterien, die zählen

1. Marge

Der größte Hebel. Bei Markenprodukten ist die Spanne durch den Markt eng gesetzt – die Kundin kennt oft den ungefähren Preis, und der Wettbewerb ist nur einen Klick entfernt. Eigenmarken bieten in der Regel deutlich mehr Spielraum bei Einkauf wie Wiederverkauf. Wer Pflegeprodukte aktiv empfiehlt, verschenkt mit einem reinen Markensortiment oft den Ertrag, der den Unterschied zwischen einem soliden und einem rentablen Monat ausmacht.

2. Qualität und Vertrauen

Eine gute Eigenmarke muss professionelle Ergebnisse liefern – sonst ist der kurzfristige Margengewinn ein langfristiger Vertrauensverlust. Markenprodukte bringen einen Vertrauensvorschuss von außen mit; bei Eigenmarken entsteht das Vertrauen über die Empfehlung am Platz. Genau deshalb steht und fällt das Eigenmarken-Geschäft mit der Produktqualität: Ein einziges enttäuschendes Ergebnis kostet mehr, als die Marge an einem Produkt je einbringt.

3. Wiedererkennung und Verkauf

Marken verkaufen sich teils von selbst, weil die Kundin sie kennt – aber genau das macht sie auch austauschbar: Sie bekommt dasselbe Produkt auch online und anderswo. Eigenmarken brauchen die aktive Empfehlung des Teams, binden die Kundin dafür aber an Ihren Salon statt an einen Hersteller. Wer einmal die Salon-Eigenmarke gewohnt ist, kommt für den Nachkauf zurück – nicht zur Drogerie.

4. Verfügbarkeit und Abhängigkeit

Wer ausschließlich auf Fremdmarken setzt, ist von deren Lieferfähigkeit und Preispolitik abhängig. Preiserhöhungen, Lieferengpässe oder Sortimentsstreichungen trifft man dann ungebremst. Eigenmarken über einen verlässlichen Partner reduzieren diese Abhängigkeit – vorausgesetzt, die Lieferkette stimmt (siehe B2B-Einkauf im Großhandel).

Wann Marke, wann Eigenmarke?

  • Markenprodukt, wenn die Stammkundin gezielt danach fragt und Markenbindung besteht.
  • Eigenmarke, wenn Sie aktiv beraten, die Marge zählt und Sie Kundinnen an den Salon binden wollen.
  • Mischstrategie ist für die meisten Salons der Realfall: Marken als Anker im Regal, Eigenmarken als margenstarke Empfehlung am Platz.

So führt das Team Eigenmarken erfolgreich ein

Eigenmarken scheitern selten am Produkt, fast immer an der Empfehlung. Drei Punkte aus der Praxis:

  • Selbst überzeugt sein. Das Team verkauft nur, was es selbst benutzt hat. Eine kurze interne Testphase vor dem Regalstart wirkt mehr als jedes Verkaufsskript.
  • Am Ergebnis empfehlen, nicht am Preis. Die Empfehlung knüpft an das, was die Kundin gerade im Spiegel sieht – nicht an einen Rabatt.
  • Konsequent, nicht aufdringlich. Eine ehrliche Empfehlung pro Termin, dafür bei jedem. Beständigkeit schlägt Druck.

Häufige Fragen zu Eigenmarke und Markenprodukt

Sind Eigenmarken schlechter als Markenprodukte? Nein – entscheidend ist die Qualität der konkreten Eigenmarke, nicht das Etikett. Eine professionell formulierte Eigenmarke liefert salontaugliche Ergebnisse; der Unterschied zur Marke liegt vor allem im fehlenden Werbeaufschlag.

Wie viel mehr Marge bringt eine Eigenmarke? Das hängt von Einkauf und Verkaufspreis ab, aber der Spielraum ist regelmäßig spürbar größer als bei preisgebundenen Markenprodukten – besonders im aktiv beratenen Wiederverkauf.

Sollte ich komplett auf Eigenmarken umstellen? In der Regel nicht. Marken liefern Bekanntheit und Anker im Regal, Eigenmarken die Marge. Die Mischung ist für die meisten Salons stabiler als ein Sortiment, das nur aus einem von beiden besteht.

Wie führe ich eine Eigenmarke ein, ohne Stammkundinnen zu verlieren? Über die Empfehlung am Ergebnis statt über Verdrängung im Regal. Marken bleiben verfügbar, die Eigenmarke kommt als fachliche Empfehlung dazu – nicht als Ersatz „von oben".

Die richtige Mischung statt Dogma

Es gibt keine pauschale Antwort – aber eine klare Empfehlung: Bauen Sie ein Sortiment, das bekannte Marken und eigene Marken kombiniert, und schulen Sie das Team in der Empfehlung. So sichern Sie Umsatz, Ertrag und Kundenbindung gleichzeitig, statt sich von einer einzigen Bezugsquelle abhängig zu machen.

Wer beides aus einer Hand bezieht, spart sich zusätzlich die Abstimmung über mehrere Lieferketten. Bei Saykos gehören Distributionsmarken und eigene Marken bewusst ins selbe Sortiment – einen Überblick gibt die Seite Marken. Welche Mischung zu Ihrem Betrieb passt, lässt sich am besten am konkreten Sortiment besprechen: unverbindlich über das Kontaktformular.